Safety first! So schützen Sie Ihren Laden vor Diebstählen und Einbrüchen

UPDATE 07.11.2014: Soviel kosten Ladendiebstähle für den Einzelhandel

Nach den Ergebnissen des „Globalen Diebstahlbarometers“, erhoben durch das Dienstleistungsunternehmen The Smart Cube, erlitt der deutsche Einzelhandel durch Ladendiebstähle im letzten Jahr einen Verlust von 4,7 Milliarden Euro. Rechnet man die Verluste aller Länder zusammen kommt man auf die horrende Summe von 96,8 Milliarden Euro.

Frau stiehlt Lippenstift

Ladendiebstahl in der Kosmetikabteilung

Im internationalen Vergleich steht Deutschland mit diesen Zahlen noch relativ gut da. Grund dafür sind die vielfältigen Maßnahmen die hierzulande unternommen werden, um den Dieben Einhalt zu gebieten. So gaben deutsche Einzelhandelsunternehmen 3,5 Milliarden Euro aus um Ihre Waren diebstahlsicher zu machen.

Geklaut werden in erster Linie kleine und teure Artikel die sich darüber hinaus auch noch gut im Internet weiterverkaufen lassen. In diese Kategorie zählen vor allem Schmuck, Kosmetikartikel und elektronische Artikel, darunter besonders Smartphones. Auffällig ist, dass es sich bei den Diebstählen kaum um Gelegenheitsdiebe sondern um organisierte Banden handelt. Dies erkennt man daran, das die Diebe immer mehr darauf bedacht sind, die originalen Verpackungen beim Diebstahl nicht zu beschädigen, um sie problemlos im Internet verkaufen zu können.

Nach Angaben der europäischen Einzelhändler steht die heiße Zeit der Warendiebstähle noch bevor: besonders groß ist der Warenschwund im hektischen Weihnachtsgeschäft. Daher sollten Einzelhändler sich nun ausreichend vorbereiten und Ihre Waren bestens sichern.

Technische Maßnahmen gegen Ladendiebstahl

So gibt es eine Reihe technischer Maßnahmen, die es Dieben schwer machen. Sinnvoll können Videoüberwachungen sein. Diese sollten offen und versteckt angebracht werden, verbunden mit einer Bildaufzeichnungsfunktion. Mit Attrappen ist allerdings Vorsicht geboten: viele professionelle Täter können sie von echten Kameras unterscheiden. Bekannt sind auch elektronische Sicherungen an der Ware, die einen Alarm auslösen, wenn der Dieb den Laden verlässt, ohne dass der Artikel an der Kasse entsichert wurde. Hier muss jedoch einsatzbereites Personal zur Verfügung stehen. Insbesondere für teure Artikel lohnen sich elektronische Sicherungen. Wertvolle Ware kann zudem in verschlossenen Schränken bzw. Vitrinen ausgestellt werden.

Mit der richtigen Ladengestaltung Diebstähle erschweren

Eine weitere Maßnahme sind Spiegel, die vor allem in unübersichtlichen Bereichen des Ladens angebracht werden können. In größeren Geschäften und Supermärkten sind Spiegel im Kassenbereich üblich. So kann die Verkäuferin besser in den Einkaufswagen schauen.
Auch gewisse bauliche Gegebenheiten helfen dabei, die Anzahl der Diebstähle gering zu halten. In erster Linie sollten „tote Ecken“ vermieden werden. Das heißt, dass es keine Bereiche geben sollte, die nicht gesehen werden können – ob mit oder ohne Spiegel. Von einer unübersichtlichen chaotischen Ladengestaltung ist abzuraten. Je unübersichtlicher ein Geschäft, desto leichter haben es die Täter. Zusätzlich sollten die Verkaufsräume gut beleuchtet sein. Für Notfälle wie Stromausfall sollte eine Notbeleuchtung vorhanden sein, andernfalls könnte dies genau der passende Moment für einen Dieb sein. Für Modegeschäfte ist es empfehlenswert, die Ankleidekabinen kontrollieren bzw. betreuen zu lassen.

Organisatorische Maßnahmen ergänzen die genannten Vorkehrungen.

Es ist hilfreich, das Personal gut zu schulen oder Ladendetektive einzustellen. Letztere sind insbesondere in diebstahlgefährdeten Gegenden sinnvoll und haben eine abschreckende Wirkung auf Ladendiebe. Verkäufer sollten darauf achten, Kassenbons oder „Bezahlt“-Aufkleber nicht herumliegen zu lassen. Die Aufmerksamkeit der Verkäufer ist sehr wichtig. Verhalten sich Kunden auffällig, zum Beispiel ängstlich oder besonders achtsam, sollten diese beobachtet werden. Wenn Ladenmitarbeiter mit Dieben unter einer Decke stecken, kann der Schaden über einen langen Zeitraum sehr hoch sein. Die Angestellten sollten also gut überprüft werden. Unersetzbar ist die solidarische Zusammenarbeit unter Geschäftsleuten, die sich gegenseitig per Telefon oder Telefax warnen können, wenn sich Täter oder Betrüger in der Nähe befinden.

Gegen Einbrüche, die außerhalb der Öffnungszeiten passieren, können ebenfalls zahlreiche Vorkehrungen getroffen werden. Zunächst sollten alle Fenster und Türen sicher verschlossen sein. Mechanische Sicherungen sind unverzichtbar. Es gibt sie in einem vielfältigen Angebot: Tür- und Fensterverriegelungen, einbruchhemmende Rolläden, Sicherheitsschlösser, Spezialglas oder Fenstergitter. Alarmanlagen bieten zusätzlichen Schutz und sind besonders effektiv, wenn sie akustischen Alarm auslösen und gleichzeitig den Alarm an eine vorgesehene Stelle weiterleiten. Nächtliche Beleuchtung im Geschäft schreckt ebenfalls Einbrecher ab.

Ladendiebstahl – nach wie vor ein großes Problem?

Wie man anhand einer Umfrage unter deutschen Einzelhändlern sehen kann, lagen die Hauptsorgen der Einzelhändler in den Jahren 2010 – 2012 vermehrt bei der Kaufzurückhaltung und dem Onlinehandel. Nur geringe Sorgen machten sich die Einzelhändler im Jahr 2012 über Ladendiebstahl (10%).

Einzelhandel 2012 Top-Themen

Top-Themen im Einzelhandel 2012

Ein Grund dafür könnte sein, das Ladendiebstähle in Deutschland zum Glück für den Einzelhandel immer mehr zurückgehen. So gab es beispielsweise 2012 23.704 Fälle von Ladendiebstählen weniger als noch im Jahr 2011.

Diebstahl-Entwicklung in Deutschland 2012

Ab- und Zunahme von Diebstählen 2012

Auch wenn Ladendiebstähle sehr rückläufig sind und andere Diebstahlsarten wie Wohnungseinbrüche eher steigen, so sind sie immer noch die häufigste Form von Diebstahl, wie eine Statistik des Bundeskriminalamtes von 2012 veranschaulicht. Trotz des deutlichen Rückgangs an Ladendiebstählen gab es in diesem Jahr immer noch 361.759 Fälle.

Diebstahlsdelikte in Deutschland  bis 2012

Diebstahlsdelikte nach Art des Diebstahls in Deutschland bis 2012

Dies zeigt, dass sich Ladenbesitzer nicht allzu sicher fühlen dürfen und sich weiter vor Diebstählen schützen müssen. Besonders wachsam müssen vor allem Ladenbesitzer in den drei kleinsten Bundeländern Berlin, Bremen und Hamburg sein. In Berlin gab es pro 100.000 Einwohner circa 982,6 Fälle von Ladendiebstählen im Jahr 2012, der Durchschnitt für Deutschland lag bei 422,6. Am sichersten dürfen sich Einzelhändler in Bayern fühlen, hier gab es nur 283,9 Fälle.

Ladendiebstähle in den Bundesländern 2012 nach 100000 Einwohnern

Ladendiebstähle in den Bundesländern 2012

Wie sich zeigt, sind Ladendiebstähle und Einbrüche zwar kein dominantes Thema im Einzelhandel, jedoch gibt es weiterhin genug Fälle von Ladendiebstählen jedes Jahr. Somit kann man als Einzelhändler dieses Thema nicht völlig ignorieren und ist gezwungen entsprechende Maßnahmen, sei es mit technischen Hilfsmittel oder die Beachtung bestimmter Aspekte bei der Einrichtung des Ladens zu ergreifen.

Dieser Beitrag wurde in Ladenbau-Tipps veröffentlicht.

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Sven Haugeneder

Sven Haugeneder

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