Früh- vs. Spätaufsteher: Unterschiede im Büroalltag

Nicht selten sehen sich Spätaufsteher (im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Eulen bezeichnet) mit Vorurteilen konfrontiert – den Nachteulen wird beispielsweise nachgesagt, faul zu sein und langsamer zu arbeiten.

Langschläfer und Frühaufsteher - wie Eule und Lerche im Büro

Eule und Lerche im Büro

Wissenschaftliche Untersuchungen brechen mit Klischees

Dass bewährte Klischees ganz und gar nicht der Realität entsprechen müssen, zeigen verschiedene Studien auf – so sind Spätaufsteher den Frühaufstehern etwa in Beschäftigungsverhältnissen zahlenmäßig überlegen, die mit hohem Einkommen und Vorgesetztenposition einhergehen. Darüber hinaus erweisen sich Spätaufsteher am Arbeitsplatz häufig als kreativer, belastbarer und flexibler als die auch Lerchen genannten Frühaufsteher.

Selbstverständlich sollen Vorzüge von Spätaufstehern aber nicht nur auf Kosten der Frühaufsteher vorgestellt werden. Denn auch Lerchen verfügen über eine Reihe von durch Studien festgestellten Kompetenzen, die beispielsweise Gründlichkeit und Exaktheit umfassen. Den Untersuchungsergebnissen zufolge sind Lerchen und Eulen jeweils für verschiedene Aufgabenbereiche prädestiniert – während Frühaufstehern beispielsweise klar strukturierte Arbeitsabläufe in buchhalterischen oder verwaltungstechnischen beruflichen Bereichen entgegenkommen, entfalten sich die Potenziale von Spätaufstehern etwa in Kreativ- und Medienbereichen.

Wie können Spätaufsteher auch am frühen Morgen fit sein?

Sofern Eulen die beruflichen Gestaltungsmöglichkeiten offenstehen, ihren Arbeitsbeginn zeitlich nach hinten zu verschieben, raten Experten zwecks Beachtens der inneren Uhr häufig zu diesem Schritt. Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass Spätaufsteher nicht auch schon in den frühen Morgenstunden voll leistungsfähig sein können. Damit die Eulen ihren Frühaufsteherkollegen in morgendlicher Fitness in nichts nachstehen müssen, eignen sich verschiedene Tricks:

Kaffee und kaltes Duschen bringen den Kreislauf von Spätaufstehern rasch auf die gewünschte Betriebstemperatur. Um als Eule den eigenen Körper auch zu empfundener nachtschlafender Zeit vom Aufstehen zu überzeugen, können sich beispielsweise noch im Bett durchgeführte Sit-ups eignen – so motiviert verlässt der Körper seine Schlafstätte meist wie von selbst. Der Arbeitsplatz einer Eule ist idealerweise hell, freundlich und stimulierend gehalten.
Ein früheres Zubettgehen kann die morgendliche Müdigkeit von Nachteulen oft nicht völlig besiegen, da dann häufig ein vergleichsweise langer Schlafanlauf notwenig ist. Trotzdem kann es sich aber als hilfreich erweisen, die Nachtruhe früher zu beginnen – um Einschlafproblemen vorzubeugen, sollten beispielsweise zu spätes Essen und Kaffeetrinken sowie aufwühlende Lektüre/Fernsehunterhaltung vermieden werden.

Ist Powernapping für Spätaufsteher hilfreich?

Der Begriff des Powernapping ist mittlerweile international unter verschiedenen Begriffsabwandlungen bekannt. Ins Deutsche übersetzt bedeutet Powernapping so viel wie kräftigendes Nickerchen.

Powernapping

Powernapping im Büro

Ein kurzes Nickerchen während der Mittagspause hilft dabei, das biologische Mittagstief zu überwinden und zugleich frische Kraft für die nachmittägliche Büroarbeit aufzutanken. Die Forschung konnte belegen, dass Variablen wie Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung durch kurzes Powernapping verbessert werden. Sogar durch Stress begünstigten Erkrankungen wie der Koronaren Herzkrankheit (KHK) kann das Powernapping entgegenwirken. Spätaufsteher können also mehrfach von der Mittagsruhe profitieren und dabei eventuellen Schlafverlust des Morgens kompensieren. Das  Powernapping funktioniert natürlich umso besser, wenn das Büro freundlich gestaltet ist und die Büroeinrichtung zur Entspannung beiträgt, beispielsweise mit bequemen und ergonomischen Drehstühlen.

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Welche reale Rolle spielt Powernapping in deutschen Büros?

Obgleich sich das Powernapping in Ländern wie Japan oder den USA zunehmend durchsetzt, wird es in deutschen Büros häufig noch belächelt – hier ist das Konzept mit ähnlichen Vorurteilen besetzt wie der Spätaufsteher selbst. Entsprechende Ruheräume stehen Arbeitnehmern daher noch vergleichsweise selten zur Verfügung. Auch die Stadtverwaltung Vechta musste sich im Jahr 2000 mit einigem Hohn auseinandersetzen, als sie ihren Mitarbeitern eine offizielle Mittagsschlaferlaubnis erteilte. Der Ansatz zahlte sich allerdings durch Produktivitätssteigerung aus. Vielleicht können weitere Konzepterfolge deutsche Büros in naher Zukunft davon überzeugen, dass Vorurteile gegenüber dem Powernapping ebenso unbegründet sind wie solche gegenüber dem Spätaufsteher!?

 

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