Expertentipps zur Übernahme / Eröffnung eines Friseursalons

Eine Salon-Neueröffnung oder auch die Übernahme eines Friseursalons ist eine große Aufgabe. Vieles muss und will bedacht sein, von der ersten Genehmigung bis hin zur Wandfarbe. Ein paar Aspekte und wichtige Überlegungen haben wir daher für Sie zusammengestellt:

Friseur-Salon kaufen

  1. Übernahme eines schon bestehenden Friseursalons

Bei der Übernahme eines Friseursalons ist es sinnvoll, sich zunächst über seine Lage und das Einzugsgebiet zu informieren, um einen Hinweis über die Kaufkraft, bzw. die anzunehmende Zielgruppe zu erhalten. Wenn ein bestehender Kundenstamm mit übernommen werden kann, ist dies essentiell und stellt ein gutes Startkapital dar. Das Wissen um die Zielgruppe und die Umgebung des Salons ist notwendig für kommende Marketingmaßnahmen, die natürlich auf diese Gruppe angepasst sein sollten. Des Weiteren empfiehlt sich, ein Blick auf die bestehende Friseureinrichtung und die technischen Installationen zu werfen, ob diese in Ordnung sind, bzw. wie viel in die Instandsetzung und Renovierung zu investieren ist.

  1. Welche Vorraussetzung muss eine Ladenfläche erfüllen für einen Salon?

Die gute Nachricht ist, dass aus fast jeder Ladenfläche ein Friseursalon entstehen kann mit einem professionellen Einrichter wie Bertz an der Seite. Die Grundvoraussetzungen „Strom“ und „sanitäre Einrichtung“ sind eigentlich immer vorhanden. Zu beachten ist das Gefälle für das Abwasser, so dass die grundsätzliche Hauptherausforderung ist, die technischen Installationen in den Griff zu bekommen. Hieraus resultiert nachfolgend auch die Raumplanung. Ebenfalls sollte man auf eine ausreichende Wandfläche Wert legen, um eine effiziente Ausnutzung des Platzes zu gewährleisten. Beispielsweise verschenken frei stehende Schneideplätze sehr viel mehr Platz.

  1. Was brauche ich alles, um einen neuen Friseursalon zu eröffnen?

In jedem Fall ist bei einer Salon-Neueröffnung immer eine hohe Eigenleistung des Betreibers gefragt, viel Energie und Motivation sind unabdingbar. Die Hilfe eines professionellen Einrichters wie Bertz ist zu empfehlen, da gute Friseureinrichter mit Fachpersonal verschiedener Branchen zusammen arbeiten, die im Laufe einer Salonplanung und –umsetzung wichtig werden. Als erstes gilt es, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, die Corporate Identity, bzw. ein Corporate Design zu kreieren. Zusammen mit Ihrem Einrichter können Sie erarbeiten, für welche Zielgruppe sie einen Salon anbieten – wo ist Ihre Nische, was hebt Ihren Salon von anderen ab? Nach diesem Gesamtkonzept richten sich fortan alle weiteren Schritte bei der Gestaltung der Räumlichkeiten, der Innenarchitektur. Oft arbeiten Einrichter auch mit Werbeagenturen wie z.B. tma pure zusammen, die sich dann um das Corporate Design kümmern.

Des Weiteren müssen in den meisten Fällen alle Wasser- und Abwasserinstallationen neu geplant und installiert werden.

Neben den gestalterischen und grundsätzlichen Aspekten wie Inneneinrichtung und Wasserinstallationen gibt es natürlich auch baurechtliche Vorschriften, die eingehalten, und Genehmigungen, die eingeholt werden müssen. Die Wichtigsten seien hier kurz aufgelistet:

  1. Als Handwerk in der Handwerkskammer eintragen lassen, entweder als Einpersonengesellschaft, als GbR oder GmbH (Friseurmeistertitel ist im Gegensatz zu früher nicht mehr notwendig)
  2. Statische Genehmigung bei baulichen Veränderungen beantragen
  3. Antrag auf Nutzungsänderung beim Ordnungsamt, wenn die Räumlichkeiten vorher z.B. nicht geschäftlich genutzt wurden
  4. Antrag für neue Außenwerbung (wird in der Regel von ausführender Firma erledigt)
  5. Gewährleistung von ausreichender Belüftung, des Nichtraucherschutzes, eines Pausenraums, eines Umkleideraums sowie von Toiletten
  6. Ab einer bestimmten Betriebsgröße Gewährleistung eines Personalraumes mit Tageslicht und Nachweisen von Parkplätzen
  1. Wie lange dauert es, bis ich einen neuen Salon eröffnen kann?

Die Zeitspanne vom Planungsbeginn bis zur letztendlichen Eröffnung eines Friseursalons kann von 2 Monaten bis zu 2 Jahren reichen. Dies richtet sich unter anderem danach, wie ausgefeilt, bzw. arbeitsintensiv das Gesamtkonzept ausfällt. In der Regel handelt es sich um einen Zeitraum von ein paar Monaten bis zu einem halben Jahr. In dieser Zeit muss zunächst das Konzept fertig gestellt werden, danach kann es an die Details und Feinplanung gehen. Für Möbelteile sowie für technische Installationen werden Werkpläne erstellt, da viele Teile individuell gefertigt werden müssen. Nach den technischen Installationen folgt eine Trockenbauphase, in der Wände und Fußböden hergerichtet werden, im Anschluss kann dann die letztendliche Inneneinrichtung erfolgen.

  1. Gibt es für Neugründer Förderungen und Hilfen?

Es gibt spezielle Existenzgründungsprogramme von der IHK und der Handwerkskammer, die auch von Salongründern aus dem Friseurgewerbe in Anspruch genommen werden können. Hier empfiehlt sich, mit der jeweiligen Kammer direkt in Kontakt zu treten. Darüber hinaus gibt es auch Steuerberater und Consultants, die sich auf Friseursalons spezialisiert haben und sich bestens mit berufsspezifischen Fragen und der Rechtslage für dieses Gewerbe auskennen.

  1. Die häufigsten Fehler bei einer Salonneueröffnung und wie man sie vermeidet

  1. Alles alleine machen wollen – Die richtige Hilfe und Beratung von Fachpersonal und Handwerkern ist unabdingbar für einen nachhaltigen Erfolg und effiziente sowie fachgerechte Durchführung der Arbeitsschritte.
  2. Kein Konzept – wie bereits mehrfach geschildert, ist ein schlüssiges und durchdachtes Konzept für den Salon nötig, um die Inneneinrichtung und auch die komplette Marketingstrategie zu planen. Nur so kann gewährleistet sein, dass auch die richtige Zielgruppe nachhaltig vom Salonkonzept angesprochen wird.
  3. Keine Marketingstrategie und kein Marketingbudget– spätestens nach einem halben Jahr, wenn die erste Neugier der Kunden abgeklungen ist, kommt die erste Durststrecke. An dieser Stelle müssen zum Konzept des Salons passende Marketingstrategien eingesetzt werden, um den Friseursalon zu bewerben und ihn im Gedächtnis der Kunden zu halten. Dies muss im Voraus mit bedacht sowie ein Marketingbudget eingeplant werden.
  4. Eröffnung zur falschen Jahreszeit – direkt zum Jahresbeginn, wenn alle noch mit den Nachwehen der Feiertage beschäftigt sind, ist keine empfehlenswerte Zeit, einen Salon zu eröffnen, ebenso um große Feste wie Fasching herum. Auch die Sommerzeit, in der die meisten verreist sind oder das gute Wetter ausnutzen wollen, bietet sich nicht an für eine Saloneröffnung. Besser geeignet sind das Frühjahr sowie die Herbstmonate.
Checkliste

Dos und Don’ts für die Saloneröffnung

Dos: das sollten Einsteiger unbedingt beachten:

  1. Klären Sie wichtige Fragen im Vorfeld, z.B.:
    1. Wie sind Lage, Infrastruktur und Einzugsgebiet des Salons?
    2. Welche Kaufkraft und Zielgruppe ergeben sich daraus?
    3. Sind vorhandene technische Installationen in Ordnung oder müssen sie neu instandgesetzt werden?
    4. Welche Marketingmaßnahmen ergeben sich aus der Analyse der Zielgruppe und Salonumgebung?
    5. Was muss investiert werden, welches Startkapital ist erforderlich?
  2. „Durchleuchten“ Sie Ihre spätere Ladenfläche in Bezug auf sanitäre Einrichtungsmöglichkeiten, Stromanschlüsse, technische Installationen, ausreichend Wand- und Stellfläche etc.
  3. Erstellen Sie ein Gesamtkonzept für Ihren Friseursalon und bedenken Sie dabei folgende übergeordnete Fragestellungen:
    1. Welche Nische wollen/können Sie besetzen?
    2. Was machen Sie besser/anders als Ihre Konkurrenz und wie können Sie das nach außen kommunizieren?
    3. Wie sieht Ihre Zielgruppe aus und mit welchen Marketingmaßnahmen können Sie diese ansprechen?
    4. Was wollen/können Sie selbst machen und wobei benötigen Sie Hilfe → Inneneinrichter, Raumausstatter, Werbeagenturen, Steuerberater, Consulting-Firmen, Handwerker etc.?
    5. Welches Motto, welchen Einrichtungsstil möchten Sie einsetzen → Wie soll Ihr Salon aussehen und wen soll er ansprechen?
    6. Wer kümmert sich um Ihre Corporate Identity und das Corporate Design?
  4. Lassen Sie hinsichtlich Ihres Gesamtkonzeptes Zeit und Raum für Detailfragen:
    1. Böden, Wände, Einrichtungselemente → Wie sollen sie aussehen, welche Materialien möchten Sie verwenden, was bietet sich an?
    2. Welche Funktionen sollen Ihre Waschanlagen, Bedientische, Stühle haben (Ansprüche an ergonomische Formen, rückenschonendes Arbeiten, Massage-, Liegefunktionen etc.)?
    3. Wie soll die Raumaufteilung im Großen (einzelne Salonareale) und im Kleinen (Waschtische, Bedienplätze, Theken, Garderobenständer, Stehspiegel etc.) aussehen und was ist sinnvoll?
    4. Wie sieht Ihr Beleuchtungskonzept aus, welches Licht wird wo benötigt (helles Licht an Bedienplätzen, Stimmungslicht im Warte-, Waschbereich etc.)?
    5. Benötigen Sie Raumteiler und wenn ja, wo sollen diese eingesetzt werden?
    6. Was können Sie in Richtung Kundenorientierung tun (Barrierefreiheit, Kinderspielecken, außergewöhnliche Angebote, besonderer Einrichtungsstil etc.)?
  5. Denken Sie an die rechtlichen Vorschriften und holen Sie sich rechtzeitig etwaige Genehmigungen ein:
    1. Eintrag des Handwerks in der Handwerkskammer (Einpersonengesellschaft, GbR, GmbH)
    2. statische Genehmigungen für bauliche Veränderungen
    3. Antrag auf Nutzungsänderung beim Ordnungsamt
    4. Antrag für Außenwerbung
    5. Gewährleistung von ausreichender Belüftung, Nichtraucherschutz, Pausenraum, Umkleideraum, sanitäre Einrichtungen
    6. eventuell Personalraum mit Tageslicht, Nachweis von Parkplätzen
  6. Planen Sie genügend Zeit und Geld für Ihre Salonübernahme/-eröffnung ein:
    1. Konzepterstellung, Detailplanung, Erstellung der Werkpläne für Möbelteile und technische Installationen, Trockenbauphase, Inneneinrichtung – je aufwendiger das Gesamtkonzept und die Arbeiten am Salon, desto mehr Zeit müssen Sie einplanen (mehrere Monate, teilweise 1-2 Jahre).
    2. Finanzielle Unterstützung erhalten Sie im Rahmen von Existenzgründungsprogrammen von der IHK und der Handwerkskammer.

Don’ts: das sollten Einsteiger besser unterlassen!

  1. Setzen Sie nicht zu sehr auf Trends und Saisonfarben bei der Gestaltung und Einrichtung Ihrer Salonräume, sondern eher auf Zeitlosigkeit oder nachhaltige Trendbewegungen. Andernfalls laufen Sie Gefahr, nach einigen Jahren schon wieder renovieren zu müssen.
  2. Vergessen Sie bei der Farbgestaltung niemals, dass es nicht nur auf die Farbe allein, sondern vor allem auch auf den Lichteinfall, die Nuancen, die Kombination aus Farben und Formen ankommt und behalten Sie immer Ihren gesamten Salon im Auge, wenn es um die Detailplanung und Gestaltung einzelner Einrichtungselemente geht.
  3. Seien Sie sparsam, aber setzen Sie nicht auf billige Produkte. Sonst kaufen Sie „zweimal“! Investieren Sie an der richtigen Stelle und vertrauen Sie lieber namhaften und renommierten Herstellern und Qualitätsversprechen, um langfristig sparsam zu wirtschaften.
  4. Salongestaltung, Marketingmaßnahmen, Zielgruppenanalyse – dass alles benötigt Zeit bei der Planung. Werden Sie also nicht ungeduldig, lassen Sie sich mit der Ausarbeitung Ihres Gesamtkonzeptes Zeit und achten Sie auf die Details.
  5. Setzen Sie das Eröffnungsdatum Ihres Salons nicht einfach willkürlich, sondern planen Sie es klug. Frühling und Herbst eignen sich generell gut, während der Hochsommer die Menschen eher in den Urlaub oder ins nächste Freibad – nicht aber in Ihren Friseursalon – zieht.
  6. Holen Sie sich Unterstützung und professionelle Hilfe. Die Durchführung einzelner Arbeits- und Planungsschritte von Handwerkern, Raumausstattern, Werbeagenturen etc. sichert Ihnen nicht nur eine fachgerechte Ausführung, sondern letztendlich auch einen nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Checkliste zum Download

Checkliste
Dos und Don’ts für die Saloneröffnung

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