Die perfekte Beleuchtung im Ladenbau

Die richtige Beleuchtung spielt im Ladenbau eine enorme Rolle, denn ansprechend präsentiert verkaufen sich die Waren einfach besser. Dabei kommt es auf das passende Lichtkonzept an, welches auf die entsprechenden Produkte angepasst werden muss. Brötchen und andere Lebensmittel werden nun einmal in einem anderen Licht präsentiert als die Jeans in einer Boutique oder Blumen beim Floristen.

 Richtig präsentiert verkaufen sich Waren besser!

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Die Helligkeit

Es muss eine ausreichende Helligkeit gefunden werden, die einladend und angenehm, aber nicht zu grell ist. Die Kunden sollen sich wohlfühlen und mit einer entspannten Grundstimmung auf das Angebot im Laden eingehen können. Somit gehört ein gut durchdachtes Beleuchungskonzept im selben Maße zum Ladenbau wie die Ladeneinrichtungen selbst.

Der Einsatz verschiedener Lichtquellen ist ein guter Weg, um die gewünschte Helligkeit zu erreichen. So können Spots mit Röhren kombiniert werden. Die Röhren leuchten den Raum in seiner Gesamtheit aus, die Spots setzen Akzente auf bestimmte Bereiche oder Präsentationen. Die Akzente variieren und orientieren sich an den einzelnen Artikeln.

Leuchtkörper müssen zum Laden passen

Wichtig ist, dass sich die Leuchtkörper selbst am Ambiente des Ladens und den Artikeln orientieren, denn nicht nur die Helligkeit der Leuchtmittel ist ausschlaggebend. Kunden dürfen nicht geblendet werden und sollen dennoch das Gefühl haben, im Hellen zu stehen. Für Waren, die in Wandregalen befindlich sind, sollten zum Beispiel Strahlerleisten eingesetzt werden. Diese beleuchten die Produkte von oben und strahlen nicht in das Gesicht der Kunden. Dabei muss beachtet werden, dass es nicht zu einer Reflexionswirkung mit der Wand kommt.

Die meisten Menschen wünschen sich für eine Beleuchtung warme und natürliche Farbtöne. Moderne Energiesparlampen sind in vielen verschiedenen Weißtönen erhältlich und wirken weniger steril als alte Neonröhren

In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, dass die Leuchtkörper bzw. Lampen mit dem Ambiente und der Zielgruppe des Ladens harmonieren. Zu einem Sportgeschäft passen am besten moderne, dynamische Lampen und zu einem Spielwarengeschäft verspielte, bunte Leuchtkörper. Ein Laden für Büroeinrichtungen wird einen sachlichen Stil wählen, während es in einer Schlachterei gern ein wenig rustikal wirken darf.

Die gesetzlichen Vorgaben

Im Ladenbau muss beachtet werden, dass es gesetzliche Vorschriften für die Beleuchtung in Geschäften gibt. Im normalen Ladenbereich müssen mindestens 300 Lux erreicht werden, im Kassenbereich sind sogar 500 Lux vorgeschrieben. Dabei können einzelne Bereiche des Ladens unterschiedlich hell sein.

Verschiedene Lichtfarben für unterschiedliche Stimmungen

Jeder Mensch sammelt im Laufe seines Lebens Erfahrungen, die auch mit dem Licht zusammenhängen. Abhängig von der jeweiligen Stimmung wird eine Lichtfarbe als angenehm empfunden, die andere als weniger schön. Dieses Empfinden hängt mit den gemachten Erfahrungen zusammen. Viele Lichtfarben – wie etwa die, die das Feuer eines Kamins hat – bewirken das Wohlfühlen, zaubern eine angenehme Atmosphäre. Daran orientiert sich der Ladenbau mit seinem jeweiligen Beleuchtungskonzept. Angenehm wird das Licht einer Glühlampe empfunden, Leuchtstofflampen wirken weniger wohlig.

Bei welchem Licht fühlen sich Menschen wohl?

Grob kann gesagt werden, dass sich die Menschen bis zu einer Lichttemperatur von 3000 Kelvin geborgen und sicher fühlen. Tageslicht wird erst oberhalb von 6500 Kelvin erreicht und wirkt in einem Geschäft fehl am Platze. Es ist unangenehm hell und sorgt eher für Unzufriedenheit als für Zufriedenheit. Der Mensch fühlt sich angeregt, wach und aufmerksam.

Die Mischung macht’s: Zwischen 3500 und 6000 Kelvin ist das Licht sowohl anregend als auch zum Wohlfühlen geeignet. Der Mensch fühlt sich produktiv – daher wird dieses Licht in erster Linie in Büros und Gewerberäumen eingesetzt. Leuchtstofflampen mit bis zu 2700 Kelvin wirken besonders behaglich und werden als indirekte Beleuchtung verwendet. Soll ein Verkaufsraum eine Wohlfühlatmosphäre vermitteln oder soll ein Warteraum wohnlich gestaltet werden, sind Leuchtmittel mit dieser Farbtemperatur die richtige Wahl.

Bis 3000 Kelvin reicht das Warmweiß, der warme Ton in seiner helleren Variante. Der Farbton ist vergleichbar mit dem einer Glühlampe, die Lichtfarbe ähnelt der einer Halogenlampe. Ausstellungs- und Messehallen sowie Verkaufsräume werden damit ausgestattet.

Wie Sie eine heimelige Atmosphäre schaffen

Die Lichtfarbe bis 3500 Kelvin gilt als Mittelweg für Geschäftsräume. Bei diesem Licht ist der Mensch aufmerksam und sachlich eingestellt, die Stimmung wird positiv beeinflusst und die Atmosphäre wird eher heimelig. Warte- und Aufenthaltsräume werden hierzulande gern mit diesem Licht ausgestattet, in den USA ist dies die häufigste Lichtfarbe in Büros.

Somit wird deutlich: Zu einer optimalen Ladeneinrichtung gehört ein umfassendes Konzept zur perfekten Beleuchtung. Kein Bereich im Ladenbau sollte dem Zufall überlassen werden, wenn die Kunden gern kommen und sich wohlfühlen sollen. Auch wenn die Wirkung zumeist unbewusst ist, darf die optimale Beleuchtung bei Ladeneinrichtungen nicht vernachlässigt werden – damit im wahrsten Sinne des Wortes alles ins rechte Licht gesetzt werden kann.

Beispiele für verschiedene Einsatzbereiche

Beispiele Lampen im Ladenbau

Beispiele Lampen im Ladenbau

  1. Die Apotheke
    Die Apotheke soll dem Einrichtungsstil entsprechend beleuchtet werden. Spotbeleuchtungen setzen einzelne Akzente und dienen als Abrundung des Beleuchtungskonzepts. Die Grundbeleuchtung ist warm, das Licht weiß.
  2. Die Bäckerei
    Für Backwaren und deren Präsentation sind besondere Leuchtmittel erhältlich. Sie sind warm und weiß. Der Laden selbst wird hell gehalten, damit wird Vertrauen erzeugt.
  3. Der Blumenladen
    Die Beleuchtung im Blumenladen sollte die Farben der Blumen betonen. Eine hohe Beleuchtungsstärke ist wichtig, das Licht sollte weiß sein. Hauptsächlich sollte mit einer Spotbeleuchtung gearbeitet werden, die Grundbeleuchtung kann geringer ausfallen.
  4. Die Boutique
    Kleidung und Accessoires leben von Farbe und Licht. Die Farben wirken am besten, wenn sie hell und neutral sowie in klassischem Weiß angestrahlt werden. Die Leuchtmittel sollten einen hohen Farbwiedergabereflex besitzen.Die Ladentheken sollten etwas weniger stark beleuchtet werden, der Fokus der Kunden soll schließlich auf die Waren gelenkt werden. Die Umkleidekabinen sollten eher hell sein, das Licht soll hier von oben sowie von der Seite kommen. Damit wirken Jeans knackig, Tops passgenau und der Badeanzug sportlich. In den Kabinen können LEDs eingesetzt werden, die unterschiedliche Lichtfarben besitzen. So können den Kunden per Knopfdruck (auf die Beschilderung achten!) unterschiedliche Szenen präsentiert werden. Sie sehen zum Beispiel, wie die Hose am Strand oder im Tageslicht wirkt.
  5. In der Gastronomie
    In der Gastronomie müssen hinsichtlich der Beleuchtung viele Aspekte berücksichtigt werden. Aus dem Café oder Restaurant soll keine Höhle werden, daher ist es ratsam, dass die Beleuchtung am Tage recht hell ausfällt. Auf die Tische sollte ein helles Licht scheinen, so erscheinen die servierten Speisen ansehnlicher. Viele kleine Lichtquellen können rings um die Tische eingesetzt werden. Am Abend hingegen möchte kaum jemand im Hellen sitzen, ein gedämpftes Licht ist wichtig. Dimmbare Leuchten sind empfehlenswert und können am Abend entsprechend angepasst werden.
  6. Der Juwelier
    Damit alles schön glänzt und funkelt, sollte der Juwelier seine Ware gut ausleuchten lassen. Vorrangig wird hier eine Spotbeleuchtung eingesetzt, eng strahlende Scheinwerfer sind die erste Wahl. Die Reflexion ist hier ganz wichtig, denn damit entsteht das berühmte Funkeln der edlen Metalle und Schmucksteine. Die Beleuchtung sollte hier immer großzügig ausfallen.
  7. Der Weinladen
    Die Flaschen im Weinladen sind in der Regel dunkel, daher kommt es hier auf ein gutes Beleuchtungskonzept an, damit alles ansprechend in Szene gesetzt wird. Es ist nicht sinnvoll zu versuchen, sämtliche Flaschenregale gleichermaßen hell zu beleuchten. Die richtige Stimmung wird vielmehr durch den Fokus auf einzelne Regale oder sogar nur auf einige Flaschen erzeugt. Einige Regale können auch gar nicht beleuchtet werden, andere dafür sehr hell. Es sollte im gesamten Laden hell genug sein, damit die Etiketten problemlos lesbar sind.

Checkliste

Welches Ambiente soll im Laden herrschen / passt zu den Produkten?

  • Modern, dynamisch
  • Verspielt, frech
  • Sachlich, klar
  • Rustikal
  • Gemütlich

Welche Lichttemperatur sollte gewählt werden?

  • 3000 Kelvin: Sicherheit, Geborgenheit
  • 6500 Kelvin: Unzufriedenheit, unangenehm hell
  • Bis 2500 Kelvin: Aufmerksamkeit, Sachlichkeit, positive Stimmung, heimelige Atmosphäre (Mittelweg für Geschäftsräume)
  • Zwischen 3500 und 6000 Kelvin: Anregend, zum Wohlfühlen geeignet; löst produktive Gefühle aus (Büros & Gewerberäume)

Wurden die gesetzlichen Vorschriften beachtet?

  • Ladenbereich: Mind. 300 Lux
  • Kassenbereich: Min. 500 Lux

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