10 spannende Facts über die Friseurbranche

Wie oft gehen Männer und Frauen zum Friseur, was hat es mit dem Studiengang „Beautymanagement“ auf sich und muss der Lieblingsfriseur wirklich in allererster Linie ein offenes Ohr zum Ausheulen haben? Antworten auf diese Fragen sowie 7 weitere spannende Facts zum Thema „Friseure und Friseursalons“ lesen Sie hier!

Verdienstmöglichkeiten zum Trotz

Fact 1: Geringen Verdienstmöglichkeiten zum Trotz – Friseurberuf weiterhin vor allem bei jungen Frauen beliebt!
Als Friseur/in verdient man sicher keine Unsummen. Doch der Beruf ist vielschichtig, abwechslungsreich und macht Spaß. Ganz offensichtlich, denn diese handwerkliche Tätigkeit ist nach wie vor unglaublich beliebt, insbesondere bei den Frauen. Laut einer im Zeitraum von 2014-2016 vom „Zentralverband des Deutschen Handwerks“ durchgeführten Studie liegt der Friseurberuf sogar auf Platz 1 der stärksten Berufe weiblicher Auszubildender im Handwerk.

Statistik Beliebtheit Friseurhandwerk

Statistik Beliebtheit Friseurhandwerk Quelle: Statista

Warum das so ist?
Nun, dafür gibt es viele Gründe:

  • Viele junge Frauen (und Männer), die eine Ausbildung anstreben, möchten etwas mit Menschen zu tun haben, also nicht unbedingt den ganzen Tag alleine im Büro sitzen.
  • Auch ist der Friseurberuf sehr kreativ, man kann sich ausprobieren, sein eigenes Profil entwickeln, sich spezialisieren.
  • Wer möchte, kann seinen „Meister“ machen und dann in die Selbständigkeit gehen. Die Möglichkeit, sich selbst in einem eigenen Salon zu verwirklichen ist also absolut gegeben.
  • Wer im Ausland arbeiten möchte, kann dies ohne größere Probleme tun, denn Friseurinnen und Friseure gibt es überall auf der Welt.
  • Auch ist der Friseurberuf – durch seine kreative Ausrichtung – ohnehin sehr offen, tolerant und diskriminiert weder nach Geschlecht, sexueller Orientierung, Kultur und/oder Religion. Das kann man von vielen anderen Berufen, vor allem im Handwerk, leider nicht behaupten. Also ein absoluter Pluspunkt für die Hairstyling-Branche!
  • Weiterhin spielen bei der Berufswahl nach wie vor auch traditionelle Gründe eine große Rolle. Wenn junge Frauen einen handwerklichen Beruf ergreifen, werden sie immer noch eher selten Tischlerin, Dachdeckerin o.ä. Die Berufsberatungen sind meist nicht geschlechterneutral, d.h. einem jungen Mann werden – trotz gleicher Interessen und Begabungen – andere Berufe vorgeschlagen als einer jungen Frau und die Berufswahl ist dementsprechend orientiert.
  • Der beste Grund, warum immer noch so viele junge Frauen Friseurin werden wollen, kommt nun aber zum Schluss: Der Beruf macht glücklich! Viele Friseurinnen und Friseure sind über die Maßen zufrieden in ihrem Beruf. Dieses Gefühl geben Berufserfahrene auch an die junge, nachfolgende Generation an Azubis weiter, was wohl ebenfalls eine gute Motivation für diese eindeutige Berufs- bzw. Ausbildungswahl sein dürfte.

Durchschnittspreis: 26 Euro

Fact 2: Der durchschnittlich angemessene Preis für einen Friseurbesuch beträgt 26 Euro!

„Geld allein macht nicht glücklich.“ Diesem Leitspruch würden wohl die meisten Friseurinnen und Friseure zustimmen. Denn auch wenn der Beruf wie soeben beschrieben sehr beliebt ist, gut bezahlt ist er in der Regel nicht. Zwar gibt es auch in dieser Branche Top-Stylisten mit entsprechendem Monatseinkommen, doch das ist eher die Ausnahme. Und so findet man den Friseurberuf leider jedes Jahr aufs Neue recht weit oben im Ranking der schlechtbezahltesten Jobs in Deutschland.

 
Da wundert es auch nicht, dass für einen Besuch im Friseursalon, der als (entbehrliche) Freizeitbeschäftigung gilt, im Durchschnitt gerade einmal 26,1 Euro als angemessen gelten. Zu diesem Ergebnis kommt die „BAT Stiftung für Zukunftsfragen“ bei einer Befragung von 2000 Personen ab 14 Jahren (Quelle Statista 2018). Das ist nicht unbedingt sehr viel. Vor allem, wenn man bedenkt, was darin alles enthalten sein soll, bzw. was der/die Salonbetreiber/in davon noch alles abziehen muss.

Warum das so ist?
Nun, auch hier gibt es nicht die EINE Ursache, sondern mehrere Gründe.

  • Zunächst einmal handelt es sich um einen reinen Ausbildungsberuf, für den kein Studium vonnöten ist und diese Berufe sind in der Regel schlechter bezahlt als akademische.
  • Auch regelt die freie Marktwirtschaft Angebot und Nachfrage. Und wo Friseursalons aus dem Boden schießen, die zu Dumpingpreisen arbeiten (5 Euro pro Haarschnitt), werden traditionelle Salons, die auf Qualität und Nachhaltigkeit setzen, leider oftmals abgehängt.
  • Dann gehören Haarschnitt, Färben, Strähnchen etc. nicht zu den Dingen, die wir unbedingt brauchen, um zu überleben. D.h. die angebotene Dienstleistung ist nicht obligatorisch, sondern eher so etwas wie das Tüpfelchen auf dem i. Der Preis, den viele Menschen dann bereit sind, dafür zu zahlen, richtet sich nach diesem Grundsatz.
  • Und nicht zuletzt spielt auch hier die Tradition wieder eine Rolle. In unserer historisch bedingt androzentrisch ausgerichteten Gesellschaft sind es immer noch die „typischen Frauenberufe“ wie dieser, die schlechter bezahlt sind. Handwerksberufe, die traditionell eher männlich besetzt sind, werden auch deutlich besser bezahlt.

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Das Gute daran ist: Schlechte Verdienstmöglichkeiten sind nicht in Stein gemeißelt. Gerade in der Hairstyling-Branche gibt es viele unterschiedliche Karrierewege mit Zukunft. Die Arbeit in diesem Metier ist auch nicht zwangsläufig an einen Salon gebunden. Auch in der Modebranche, beim Film, Theater etc. braucht man kreative, leistungsstarke und ehrgeizige Friseurinnen und Friseure. Und spätestens dann macht man seine Preise selbst!

Friseurbesuch als Top Freizeitbeschäftigung

Fact 3: Der Friseurbesuch ist eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen junger Mütter!

„Was machen Sie als Mutter, wenn Sie einmal Zeit für sich haben?“ Diese Frage stellte die „forsa“ 454 Müttern zwischen 18 und 45 Jahren. Wenig verwunderlich: Auf dem ersten Platz landete „Schlafen“ mit 54% der Nennungen. Aber auch der Friseurbesuch lag sehr weit vorne, nämlich mit 31% auf dem vierten Platz, gleich hinter der Rückbildungsgymnastik.

Friseurbesuch: beliebte Freizeitbeschäftigung

Friseurbesuch: beliebte Freizeitbeschäftigung. Quelle: Statista

Diese Information sollte auch für alle Friseursalonbetreiber von Interesse sein, denn da lohnt es sich doch wirklich, spezielle Familienrabatte zu geben oder eine Kinderspielecke einzurichten.

Studium möglich

Fact 4: Im Friseurhandwerk ist auch ein Studium möglich!
Ja, es stimmt tatsächlich. Wer sich als Friseur/in weiterbilden möchte, kann seit einiger Zeit ein berufsbegleitendes Studium absolvieren. Das Bachelorstudium (B.A.) mit dem Schwerpunkt „Beauty-Management“ soll einerseits das Image der gesamten Branche stärken, andererseits vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten bieten. In die Wege geleitet wurde der Studiengang vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks, der Steinbeis Business Academy (Steinbeis-Hochschule Berlin SHB) und der Handwerkskammer Koblenz. Wie alle anderen Bachelorstudiengänge dauert auch dieser 36 Monate (3 Jahre) und setzt sich aus Präsenzseminaren und selbstgesteuerten Lernphasen derart zusammen, dass die Studierenden ihr eigenes Lerntempo entwickeln können und dem Salon, in dem sie arbeiten, nur weniger Tage im Jahr fehlen.

Die Abschlussprüfung besteht schließlich aus einem eigenen Projekt, welches präsentiert und verteidigt werden muss.

Also: Wer sich sowohl theoretisch als auch praktisch weiterentwickeln und neue Perspektiven eröffnen möchte, kann in diesem Studiengang sicherlich gute Anreize finden.

Freundlichkeit gewinnt!

Fact 5: Der Stammfriseur ist vor allem eines: freundlich!

Professionalität, Preis-Leistungs-Verhältnis, gute Beratung, Nähe zum Wohnort – all das sind gute Gründe, um aus einem Friseursalon DEN EINEN werden zu lassen – den Stammfriseur. Aber interessanterweise sind das gar nicht die wichtigsten Aspekte. Was zählt, ist Freundlichkeit! Dies hat zumindest eine von Statista im November 2017 durchgeführte Umfrage ergeben. Dazu wurden über 1000 deutsche Frauen über 18 Jahren befragt, aus welchen Gründen sie einen Stammfriseur wählen. Und dabei lag die Freundlichkeit mit 57% an erster Stelle, dicht gefolgt vom Preis-Leistungs-Verhältnis.

Gründe für einen Stammfriseur

Gründe für einen Stammfriseur. Quelle: Statista

Aufschlussreich ist dabei auch die Nennung an letzter Stelle. Nur 10% der Frauen gaben an, gar keinen Stammfriseur zu besitzen. Die Gründe dafür können natürlich vielseitig sein: ein häufig wechselnder Wohnort, ohnehin eher unstete Gewohnheiten, eine geringe Fokussierung auf das eigene Styling etc. Doch im Umkehrschluss bedeutet dieses Ergebnis, dass 90% der Frauen immer wieder zu IHREM Friseursalon gehen.

Eine Erkenntnis, die sich alle Friseursalonbetreiber zunutze machen und sich fragen sollten: Wie schaffe ich es, Stammfriseur zu werden?

Eine zuverlässigere Einnahmequelle als eine beständige Stammkundschaft gibt es schließlich kaum. Vor allem, wenn man bedenkt, wie häufig sich viele Frauen die Haare schneiden lassen – mehr dazu im folgenden Fact!

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Einmal im Monat ist gesetzt!

Fact 6: 1/3 der Frauen gehen einmal im Monat zum Friseur!

Ist man erst einmal Stammfriseur, kann so viel nicht mehr schiefgehen. Viele Frauen lassen sich nämlich sehr regelmäßig und vor allem häufig die Haare schneiden/färben. 44% gehen einmal alle drei Monate zum Friseur, 32% sogar noch häufiger: nämlich einmal im Monat.
Je nach Aufwand der Behandlung (Beratung, Haare schneiden und/oder färben, stylen etc.) kann das also sehr lukrativ für den Salon werden.

Trendfrisuren 2018

Fact 7: Die Trendfrisuren 2018 mögen`s natürlich und leger!
Im letzten Jahr ging es auf dem Kopf meistens eher praktisch zu. Die Trendfrisuren für dieses Jahr sollen, laut „Brigitte“, vor allem Natürlichkeit ausstrahlen. Was das konkret bedeutet?

  • Aufwändiges Styling tritt in den Hintergrund.
  • Die natürlichen Strukturen des Haares werden betont.
  • Alles Lockige, Wellige, Wirbelige ist im Trend, auch Langhaarfrisuren sind wieder „in“.
  • Wer seine Haare nicht offen und lang tragen möchte, weil das bei vielen Aktivitäten im Alltag eher störend ist, kann ganz auf Hochsteck- und Flechtfrisuren setzen.
  • Auch der Long Bob und der Bob mit Pony sind in diesem Jahr wieder angesagt. Dabei darf gerne variiert werden: stufenlos vs. gestuft, gerader vs. schräger Pony – alle Varianten sind „erlaubt“.

Trendfarben sind natürlich

Fact 8: Auch bei den Trendfarben wird auf Natürlichkeit gesetzt!
Wie schon bei den Trendfrisuren 2018 sollen auch die Farben natürlich aussehen. Bei braunen Haaren sind vor allem nussige Farbtöne angesagt, Rainbow-Töne verschwinden in diesem Jahr (mit Ausnahme des Sommers) vollkommen.

 
Bei blonden Strähnchen ist die Freihand-Färbetechnik „Balayage“ weiterhin im Trend. Das „Ineinanderverzahnen zweier Haarfarben“ wirkt hierbei besonders lebendig und naturgegeben. Stärke und Intensität der Farbe können variieren, sodass die Strähnchen viel weicher und nicht so abgegrenzt wirken wie bei klassischen Foliensträhnen.

 
Ein weiterer Trend ist 2018 jedoch das sog. „Gloss Smudging“ (Smudging = verwischen), bei dem das Farbgloss mit einem Pinsel vom Ansatz bis in die Spitzen Strähne für Strähne in das Haar „gewischt“ wird. So schimmern die Haare glänzend und natürlich, die Farbe wirkt frisch und stumpft nicht ab.

Für 2018 gilt: Strähnchenfarben dürfen in unterschiedlichen Temperaturnuancen kombiniert werden – solange es lebendig und natürlich wirkt.

Männer machen es öfter!

Fact 9: Männer gehen häufiger zum Friseur als Frauen!
„Klischees gehören in die Schublade und nicht ins wahre Leben“ – getreu diesem Grundsatz wird auch in der Friseurbranche seit einigen Jahren mit einem Klischee aufgeräumt. Nämlich dem, dass Frauen viel häufiger zum Friseur gehen als Männer. Das stimmte früher, heute nicht mehr.

 
Laut einer Erhebung der „Gesellschaft für Konsumforschung“ (GfK, 2010, Quelle Procter & Gamble) gehen Männer 6,9 Mal im Jahr zum Friseur, Frauen hingegen nur 5,5 Mal. Erklären lässt sich dies wohl ganz einfach: Männer tragen in der Regel ihre Haare sehr kurz und ein Kurzhaarschnitt muss wesentlich häufiger nachgeschnitten werden, damit der Schnitt noch erkennbar ist und die Haare „ordentlich“ aussehen. Bei einem Langhaarschnitt, wie ihn viele Frauen tragen, können die zeitlichen Abstände zwischen dem Nachschneiden hingegen deutlich größer ausfallen. Weiterhin sind die Zeiten, in denen ausschließlich Frauen nach ihrem Aussehen beurteilt wurden, zumindest in Ansätzen vorbei. Auch Männer achten mehr und mehr auf ihr Äußeres, verbringen nachweislich mehr Zeit im Bad als früher etc. Nicht umsonst gibt es immer mehr Pflege- und Kosmetikprodukte für Männer, das ist schon lange keine rein weibliche Domäne mehr. Und auch was Hairstyling anbelangt, sind die Männer eben auf dem Vormarsch.

Nachhaltigkeit in Friseursalons

Fact 10: Auch Friseursalons setzen auf Nachhaltigkeit!
Verantwortungsbewusstes, ökologisches Handeln wird immer wichtiger. Auch in der Friseurbranche ist das Thema Nachhaltigkeit seit längerer Zeit angelangt. Gütesiegel wie „Der faire Salon“ beweisen dies. Und tatsächlich gibt es viele Möglichkeiten, einen Friseursalon möglichst nachhaltig zu bewirtschaften. Ob es nun praktische Wasserspardüsen, Energiesparlampen oder Tubenpressen, eine sorgfältige Mülltrennung oder das Absenken der Raum- und Wassertemperatur um etwa 1 ° C ist – es gibt viele clevere „Bio“-Maßnahmen, die für die Kundinnen und Kunden keine Einbußen an Komfort bedeuten. Das sorgt nicht nur für ein besseres Gewissen, es hilft auch unserer ohnehin schon komplett überlasteten Umwelt und trägt damit zu einem guten Miteinander bei.

Dieser Beitrag wurde in Im Salon veröffentlicht.

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